Stuttgart-Wanderung am 27. 9. 2015

Damit eine Unternehmung glückt, müssen neben guter Vorbereitung und Organisation auch unplanbare Faktoren passen wie das Wetter, die Harmonie innerhalb der Wandergruppe, sowie ein Quäntchen Glück. Am letzten Septembersonntag hat alles gestimmt. 30 Wanderlustige im Alter von 8 bis weit über 80 hatten sich zu einem Highlight im Wanderprogramm des SAV Bronnweiler angemeldet, die alljährlichen Stuttgart-Wanderungen von Walter Keppler sind legendär.

Gleich das erste Ziel bescherte uns Glück, Marmorsaal und Teehaus auf der Weißenburg waren zwar offiziell nicht geöffnet, aber offen, und wir konnten das Innere der beiden zauberhaften Räumlichkeiten bewundern. An gleicher Stelle bot sich uns der erste von insgesamt drei Panorama-Ausblicken in den Stuttgarter Talkessel. Im Laufe der Wanderung konnten wir die Landeshauptstadt noch aus anderen Perspektiven von oben betrachten. Der Weg führte zunächst durch den Wald, dann durch ruhige, hügelige Wohngebiete hinauf bis zum gut abgeschirmten Sitz der Landesregierung, der Villa Reitzenstein, die wir seither nur aus dem Fernsehen kannten. Nach der Mittagspause ging‘s bergab Richtung Stadtmitte, wobei der Weg an immer neuen und interessanten Punkten vorbeiführte. Wir sahen die mit einer überdachten turmartigen Aussichtspattform ausgestattete Bosch-Villa, „Stolpersteine“ vor dem ehemaligen jüdischen Altersheim, die an die einstigen, in der NS-Zeit vertriebenen und ermordeten Insassen erinnerten, dann am Eugensplatz die mit einem Mops aus Bronze gekrönte Loriot-Säule. Der wunderschöne Galateabrunnen, einst von Königin Olga, einer russischen Prinzessin in Auftrag gegeben, sollte Stuttgart mondänes Flair geben. Die großzügig angelegte Brunnenanlage mit der Meeresnymphe befindet sich am oberen Ende einer Achse vom Opernhaus zum Eugensplatz. Dem Brunnen entströmen Wasserkaskaden, ihnen folgt die Eugenstaffel, eine von mehr als 300 Stuttgarter Stäffele, auf der wir ins laute und besucherreiche Stadtzentrum hinunterstiegen.

Zum Abschluss besuchten wir das Landesmuseum Württemberg im Alten Schloss, wo uns Elisabeth Bauer anhand der kostbar bemalten Skulpturen und Andachtsbilder einen Eindruck von der ursprünglichen Ausstattung des 600 Jahre alten Chores unserer Bronnweiler Kirche vermittelte. Das Prunkstück in der Abteilung „Christliches Leben im Mittelalter“, der Talheimer Altar, war gleichzeitig auch Einladung für eine Wanderung im kommenden Jahr, deren Ausgangspunkt das Talheimer Bergkirchle sein wird, der einstige Standort dieses Kunstwerkes.

20150927_Gruppenbild 1v2

Von den einmalig schönen Eindrücken dieses sonnigen Wandertages in netter Gesellschaft werden wir alle noch lange zehren! Unser herzlicher Dank geht an Walter Keppler, der alles minutiös geplant und fürsorglich vorbereitet hat.