Wandern auf dem Martinusweg am 2. April 2017

st-martinAm Sonntag, 2. April machten sich18 Wanderer auf eine Teilstrecke der Via Sancti Martini, eines 2011 eingeweihten europäischen Pilgerweges vom Geburtsort des Heiligen Martin in Ungarn bis zu seinem späteren Wirkungsort als Bischof im französischen Tours, wo sich auch sein Grab befindet.
Am Sonntag diente dieser Weg dazu, an einzelne Lebensstationen eines anderen Martin, nämlich an Martin Luther, zu erinnern. Dieser war am 11. 11. 1483, einen Tag nach seiner Geburt, auf den Namen des Tagesheiligen – eben St. Martin – getauft worden.

Die erste Station war der „Monte Kiki“, benannt nach unserem Bronnweiler Mitbürger, dem Landschaftsarchitekten Dipl. Ing Peter Kik. Als ehemaligen Leiter des Städtischen Garten- und Friedhofsamtes hatte er Mitte der 70er Jahre die Erholungs-und Freizeitlandschaft im Sportpark Markwasen federführend geplant und gestaltet.
Dort oben ging es um die Weg- und Wanderstrecken, die Martin Luther absolvierte, u. a. seine längste Reise in den Jahren 1510/11 von Erfurt nach Rom und zurück, wo er mehr als 2500 km zu Fuß innerhalb von 7 – 8 Wochen zurücklegte – eine sportlich beachtenswerte Leistung!

Nachdem wir den Markwasen hinter uns gelassen hatten, ging es auf den Gaisbühl und dann stetig bergan durch den Wald. Wir erreichten offenes Gelände mit Schrebergärten, ersten blühenden Obstbäumen und immer wieder wunderschönen Ausblicken auf die Abhänge von Stöffelberg, Pfullinger Berg, Wackerstein, Wanne und Schönberg zur einen Seite, auf der anderen Seite auf den Georgenberg, an dessen Südflanke wir entlangwanderten.

Als die Achalm ins Blickfeld rückte, wurde an die Bedeutung der „Burg“ im Leben Luthers erinnert: an die Wartburg als Schutzort und an sein  Reformationslied „Ein feste Burg ist unsere Gott“. Als wir dann bergab nach Pfullingen stiegen, öffnete sich ein großes Panorama auf die ganze Stadt und bis nach Eningen und Unterhausen. Am alten Klosterareal des Klarissenklosters, das wir besichtigen konnten, ging es um die Ordensleute Martin Luther und seiner Frau Katharina von Bora, beide hatten ihren Klöstern den Rücken gekehrt.

Endpunkt unserer Wanderung war dann die Pfullinger Martinskirche, in der uns Pfarrer i. R. Reinhardt Haug die Anfänge dieser Kirche schilderte anhand von frühen Fundstücken, einem silbernen Fisch mailändischer Herkunft und einer burgundischen Gürtelschnalle, die er in legendenhafte Erzählungen einbettete.

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Ein Teil der Wandergruppe hatte die Wanderung schon am Morgen in Ohmenhausen in der dem Reformator gewidmeten dortigen Martinskirche begonnen. Sowohl die Ganztageswanderer aus Ohmenhausen als auch die Halbtageswanderer, die die Tour am Rosswasen begonnen hatten, erlebten einen lieblichen Frühlingssonntag mit neuen Aus- und Einsichten  – und das alles quasi vor der Haustür.

 

(Bericht: Elisabeth Bauer)